Restnutzungsdauergutachten: Steuervorteil als Vermieter maximieren

Wir als Vermieter sind immer auf der Suche nach Wegen, um unsere Einnahmen zu steigern und unsere Kosten zu senken. Ein wichtiger, aber oft übersehener Aspekt ist die Nutzung von Steuervorteilen. Genau hier kommt das Restnutzungsdauergutachten ins Spiel. Es ist ein mächtiges Werkzeug, das deine Steuerlast deutlich reduzieren und somit deine Rendite erhöhen kann.

In diesem Artikel erfährst du, wie ein Restnutzungsdauergutachten funktioniert und warum es für dich als Vermieter so wertvoll ist. Du lernst, wie es dir helfen kann, deine finanziellen Ziele effizienter zu erreichen. Egal, ob du ein erfahrener Immobilienbesitzer bist oder gerade erst anfängst, diese Einblicke helfen dir, das volle Potenzial deiner Immobilien zu nutzen.

Übersicht

Was ist ein Restnutzungsdauergutachten?

Ein Restnutzungsdauergutachten wird von einem in Deutschland öffentlich bestellten oder nach DIN EN ISO/IEC 17024 zertifizierten Sachverständigen durchgeführt. Es gibt Auskunft über die angenommene wirtschaftliche Restnutzungsdauer einer Immobilie. Die spezifische Analyse basiert auf einer detaillierten Bewertung der spezifischen Merkmale und des aktuellen Zustands der Immobilie.

Anpassung der Abschreibung

Es ist entscheidend zu verstehen, dass sowohl ein Restnutzungsdauergutachten als auch die pauschalen Annahmen des Gesetzgebers nicht die tatsächliche wirtschaftliche Nutzungsdauer einer Immobilie festlegen. Stattdessen bestimmen sie den Zeitraum, über den du deine Immobilie steuerlich abschreiben kannst. Dies ist ein wichtiger Aspekt, um das volle steuerliche Potenzial deiner Immobilieninvestition auszuschöpfen.

Die Standard-AfA, die der Gesetzgeber vorsieht, basiert auf Pauschalen zur Nutzungsdauer von Gebäuden. Diese Pauschalen sind im Einkommensteuergesetz (EStG) festgelegt:

 

  • Gesetzliche Grundlage: Die Regelungen zur AfA für Gebäude finden sich in § 7 Abs. 4 und 5 des Einkommensteuergesetzes (EStG).
  • Pauschale Nutzungsdauer: Für Wohngebäude, die nach dem 31. Dezember 1924 fertiggestellt wurden, wird eine Nutzungsdauer von 50 Jahren angenommen, was einer jährlichen Abschreibungsrate von 2 % entspricht.
  • Abweichungen für ältere Gebäude: Bei Gebäuden, die vor 1925 fertiggestellt wurden, beträgt die angenommene Nutzungsdauer 40 Jahre, was einer Abschreibungsrate von 2,5 % pro Jahr gleichkommt.

 

Im Gegensatz dazu ermöglicht das individuelle Restnutzungsdauergutachten, das von qualifizierten Sachverständigen erstellt wird, eine genauere Bestimmung der angenommenen Restnutzungsdauer deiner Immobilie. Diese Analyse berücksichtigt die spezifischen Merkmale und den aktuellen Zustand deines Gebäudes. Eine präzisere und oft kürzere Abschreibungsdauer kann die Steuerlast reduzieren und somit die Rendite deiner Immobilien steigern.

Auch die Rechtslage ist seit dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) am 28.07.2021 (Az. IX R 25/19) klar: Die Steuerabschreibung von Immobilien kann angepasst werden. Dieses Urteil bestätigt die Möglichkeit, die Abschreibungsdauer basierend auf einem individuellen Gutachten anzupassen, was für Immobilieneigentümer eine bedeutende Chance darstellt.

Grundlagen und Vorteile des Restnutzungsdauergutachtens

Um die Vorteile des Restnutzungsdauergutachtens vollständig zu erfassen, ist es wichtig, einige grundlegende Zusammenhänge zu verstehen. Die Abschreibung für Abnutzung (AfA) ist ein zentrales Element in der Steuererklärung von Vermietern. Sie basiert auf der wirtschaftlichen Restnutzungsdauer der Immobilie und wirkt sich direkt auf das zu versteuernde Einkommen aus.

Hier ist die grundlegende Kette der Zusammenhänge:

 

  • Kürzere wirtschaftliche Restnutzungsdauer: Ein Restnutzungsdauergutachten kann eine kürzere als die gesetzlich angenommene Restnutzungsdauer deiner Immobilie feststellen.
  • Höhere Abschreibung: Je kürzer die angenommene Restnutzungsdauer, desto höher ist der jährliche Abschreibungsbetrag.
  • Größere Einkommensreduzierung: Eine höhere Abschreibung ermöglicht es dir, dein zu versteuerndes Einkommen stärker zu reduzieren.
  • Größerer Steuervorteil: Eine effektivere Einkommensreduzierung führt zu einem höheren Steuervorteil.


Nun zu den Hauptvorteilen des Restnutzungsdauergutachtens:

 

  1. Erhöhte Rendite: Durch die Anpassung der Abschreibungsdauer an die tatsächliche Restnutzungsdauer deiner Immobilie kannst du deine jährliche Steuerlast reduzieren. Dies führt zu höheren Nettoeinnahmen aus deiner Vermietung und somit zu einer gesteigerten Gesamtrendite.

  2. Optimierte Steuerabschreibung während der Erwerbstätigkeit: Besonders während deiner erwerbstätigen Jahre, wenn dein Einkommen wahrscheinlich höher ist, bietet eine optimierte Abschreibung erhebliche finanzielle Vorteile. Im Rentenalter könnten die monetären Vorteile der Steuerersparnis geringer ausfallen. Ohne ein Restnutzungsdauer-gutachten könntest du einen Teil deiner möglichen Steuervorteile nicht vollständig ausschöpfen, insbesondere wenn die Abschreibungsdauer deiner Immobilie erst im Rentenalter endet.

 

Mit einem Restnutzungsdauer-gutachten kannst du also sicherstellen, dass du die steuerlichen Vorteile deiner Immobilie während deiner erwerbstätigen Jahre voll ausschöpfst und so das Potenzial deiner Investitionen optimal nutzt.

Ein konkretes Beispiel – Der finanzielle Nutzen eines Restnutzungsdauergutachtens

Um die tatsächlichen Vorteile eines Restnutzungsdauergutachtens zu veranschaulichen, betrachten wir ein konkretes Beispiel:

Stellen wir uns vor, Du besitzt eine vermietete Eigentumswohnung mit einem Kaufpreis von 300.000 €. Der Wert der Bausubstanz (ohne Grundstückswert) beträgt 250.000 €. Nach der Standard-AfA des Gesetzgebers kannst Du diese Immobilie über einen Zeitraum von 50 Jahren mit jährlich 2 % abschreiben, was einer jährlichen Abschreibung von 5.000€ entspricht.

Jetzt kommt das Restnutzungsdauergutachten ins Spiel. Angenommen, das Gutachten bestimmt eine tatsächliche Restnutzungsdauer von nur 30 Jahren für deine Immobilie. Dies erhöht die jährliche Abschreibungsrate auf etwa 8.333 € (250.000 € / 30 Jahre).

Die Auswirkungen auf deine Abschreibung:

  • Ohne Gutachten: Jährliche Abschreibung von 5.000 €.
  • Mit Gutachten: Jährliche Abschreibung von 8.333 €.

 

Nachdem wir nun die Auswirkungen des Restnutzungsdauergutachtens auf die Abschreibung deiner Immobilie betrachtet haben, wollen wir uns anschauen, was dies für deinen Steuervorteil bedeutet.

Angenommen, du befindest dich in einem Grenzsteuersatz von 40 %. Ohne das Gutachten würde die Abschreibung von 5.000 € deine Steuerlast um 2.000 € pro Jahr reduzieren (40 % von 5.000 €).

Nachdem wir nun die Auswirkungen des Restnutzungsdauergutachtens auf die Abschreibung deiner Immobilie betrachtet haben, wollen wir uns anschauen, was dies für deinen Steuervorteil bedeutet.

Angenommen, du befindest dich in einem Grenzsteuersatz von 40 %. Ohne das Gutachten würde die Abschreibung von 5.000 € deine Steuerlast um 2.000 € pro Jahr reduzieren (40 % von 5.000 €).

Mit dem Restnutzungsdauergutachten erhöht sich deine jährliche Abschreibung auf 8.333 €. Bei einem Steuersatz von 40 % reduziert diese höhere Abschreibung deine Steuerlast nun um etwa 3.333 € pro Jahr (40 % von 8.333 €).

Die Auswirkungen auf deine Steuerlast:

  • Ohne Gutachten: Jährliche Steuerersparnis von 2.000 €.
  • Mit Gutachten: Jährliche Steuerersparnis von 3.333 €.

 

Durch das Gutachten sparst du also zusätzlich 1.333 € an Steuern pro Jahr.

Über die gesamte Restnutzungsdauer der Immobilie summiert sich dieser Vorteil zu einer erheblichen Summe.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie ein Restnutzungsdauergutachten deine Steuerlast senken und deine Rendite steigern kann. Es verdeutlicht, dass die Investition in ein solches Gutachten eine kluge Entscheidung sein kann, um langfristig finanziell zu profitieren.

Lohnt sich ein Restnutzungsdauergutachten für mich?

Du fragst dich, ob ein Restnutzungsdauergutachten auch für deine Immobilie sinnvoll ist? Es gibt bestimmte Kriterien, die dir dabei helfen können, diese Frage zu beantworten:

  1. Alter der Immobilie: Ein wesentlicher Faktor ist das Alter deiner Immobilie. Ein Gutachten kann besonders lohnenswert sein, wenn deine vermietete Immobilie mindestens 30 Jahre alt ist. Ältere Immobilien haben oft eine kürzere verbleibende Restnutzungsdauer als vom Gesetzgeber pauschal angenommen.

  2. Zustand und Renovierungen: Der aktuelle Zustand deiner Immobilie und die Historie von Sanierungen spielen eine wichtige Rolle. Wenn deine Immobilie in den letzten 20 Jahren nicht kernsaniert oder in den letzten 10 Jahren nicht umfassend modernisiert wurde, ist es wahrscheinlich, dass die tatsächliche Restnutzungsdauer niedriger ist als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.

  3. Spezifische Merkmale: Jede Immobilie ist einzigartig. Besondere Merkmale wie die Bauweise, verwendete Materialien und die Lage können ebenfalls die Restnutzungsdauer beeinflussen.


Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, ob ein Restnutzungsdauergutachten für deine Immobilie sinnvoll ist, ist eine individuelle Betrachtung durch zertifizierte Sachverständige empfehlenswert. Sie können eine erste Einschätzung geben, basierend auf den spezifischen Merkmalen und dem Zustand deiner Immobilie.

Im nächsten Abschnitt werden wir darauf eingehen, wie du eine solche Ersteinschätzung erhalten kannst und wie der Prozess von der Ersteinschätzung bis zur Umsetzung des Gutachtens abläuft.

Kostenlose Ersteinschätzung

Wenn dich das Thema Restnutzungsdauergutachten interessiert und du konkret erfahren möchtest, wie stark sich ein solches Gutachten auf deinen Steuervorteil auswirken kann, empfehlen wir dir, eine kostenlose Ersteinschätzung von einem unserer zertifizierten Sachverständigen einzuholen. Dieser Service ist völlig unverbindlich und ermöglicht es dir, ohne jegliche Verpflichtungen herauszufinden, wie die Situation speziell bei deiner Immobilie aussieht.

Um eine kostenfreie Ersteinschätzung von uns zu erhalten, klicke einfach auf den Link, der dich zu unserer Website führt. Dort kannst du die Ersteinschätzung ganz einfach beantragen.

Wir hoffen, dieser Beitrag hat dir wertvolle Einblicke gegeben und du konntest etwas Nützliches für dich mitnehmen. Nutze die Gelegenheit, um das volle Potenzial deiner Immobilieninvestition auszuschöpfen.

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